In der einer, zunächst verhaltenen, Eröffnungspartie war lange die Mannschaft der Mexikaner tonangebend. Entschieden abgeklärter kamen die Südamerikaner, vor allem durch Dos Santos (21 / Galatasaray), zu hochkarätigen Chancen in der ersten Hälfte. Oft hieß die Endstation Kuhne, ein unbekannter junger Torwart, der eher den Eindruck eines Fliegenfängers machte, aber in den wichtigen Momenten zwischen den Mexikanern und dem Führungstreffer stand. Der Rest seiner Mannschaft, um den jungen Pienaar (28 / Everton FC), schien eher nervös als in freudiger Erwartung.
Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit kamen auch die Bafana Bafana ins Spiel, was schließlich für das Zitat des Tages sorgte. „Man kann vor dem Spiel tanzen wie man will, die Nervosität wird man so leicht nicht los (...)“ sagt Delling zu seinem kultigen
Duettpartner Netzer.
Wieder auf dem Platz verbessert sich der Eindruck der Gastgeber-Elf deutlich. In der 55. Minute ist es Tshabalala, der das Vuvuzela trötende Rund, mit fast 90.000 Zuschauern gefüllt, in einen Südafrikanischen Wintertraum schießt. Ein satter Schuss in den langen Winkel erlöst die Gastgeber gänzlich von Druck und Nervosität und bringt sie in ein jetzt flüssiges Spiel. Erst in der 73. Minute kommt auf Seiten der Mexikaner der, von vielen mit Spannung erwarteten, Jungstar Javier Hernández.
Doch es braucht einen Treffer aus dem Nichts und einen Routinier um die „El Tri“ aus Südamerika wieder ins Spiel zu bringen. Es ist bereits die 79. Minute, als Rafael Márquez (91 Länderspiele / FC Barcelona) sein Team wieder hoffen lässt. Dem ewigen Getute der tausenden Vuvuzelas tut dies aber keinen Abbruch. Hypnotisierend schallen die lauten Plastikhörner weiter durchs Stadion.
Die Schlussoffensive der beiden Mannschaften scheint auszubleiben, als plötzlich eine Energieleistung den Südafrikaner Mphela vor das gegnerische Tor bringt. Der Pfosten verhindert den Sieg der Bafana Bafana.
Mit einem verdienten Unentschieden enden ohrenbetäubende 90 Minuten. Das erste Weltmeisterschaftsspiel auf dem afrikanischen Kontinent reit sich in die Statistiken ein.
Fazit: Südafrika verpasst den Traumstart, Mexiko brauch Trainingseinheiten mit Schwerpunkt Chancenverwertung..

